HENK HELMANTEL

Kunstraub

Am 25. Februar 2000 wurden aus den Ausstellungsräumen des Museums "Die Weem" in Westeremden 37 Gemälde, 2 Bronzeskulpturen und 2 antike Gegenstände entwendet. Zu unserer großen Freude ist der Fall inzwischen aufgeklärt und haben wir alle gestohlenen Kunstwerke und antiken Gegenstände unbeschädigt wieder zurück erhalten.

Im folgenden können Sie einen Bericht lesen aus der Zeit ab dem Diebstahl bis zur Gerichtsverhandlung. Außerdem können Sie eine Übersicht der gestohlenen Kunstwerke sehen.

Der Einbruchdiebstahl ist inzwischen aufgeklärt!



Der Einbruch (25. Februar 2000)

In der Nacht von Donnerstag, 24. auf Freitag 25. Februar 2000 wurden aus den Ausstellungsräumen des Museums Die Weem in Westeremden 37 Gemälde, 2 Bronzeskulpturen und 2 antike Gegenstände entwendet.

In dieser Nacht wurden 36 Gemälde verladen und höchtwahrscheinlich irgendwo in den Niederlanden oder im Ausland wieder abgeladen. Wahrscheinlich waren mindestens zwei Personen beteiligt. Jeder, der in dieser Nacht etwas verdächtiges gehört oder gesehen hat, wird dringend gebeten dies der nächsten Polizeidienststelle zu melden, oder mit uns Kontakt auf zu nehmen.

Die Gemälde sind ein Teil von Henk Helmantels Sammlung eigener Werke, die er in den vergangenen 25 Jahren sorgfältig aufgebaut hatte. Abgesehen vom finanziellen Schaden stellen diese Gemälde für den Maler einen großen ideellen Wert dar. Der Goldene Tipp, der zur Ergreifung der Täter führt, wird mit 50.000 Gulden belohnt. Eine Aufstellung der gestohlenen Kunstwerke mit (soweit möglich) einer Abbildung finden Sie im Anschluß.



Die Aufklärung (18. Juli 2000)

NRC Handelsblad, Seite 8, 18. Juli 2000

Gestohlene Gemälde von Helmantel sind zurück

Von unserer Kunstredaktion
ROTTERDAM, 18. JULI. Alle Gemälde des Nord-Groninger Künstlers Henk Helmantel, die im Februar gestohlen worden waren, wurden gestern wiedergefunden. Bei der Lösegeldübergabe auf einem Parkplatz bei Rijssen wurden zwei Verdächtige festgenommen. Weitere drei Verdächtige wurden später bei Hausdurchsuchungen festgenommen. Es handelt sich um drei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, aus Almelo und Rijssen. Dies hat die Polizei von Groningen heute nachmitag bekannt gegeben.

"Es ist spannend gewesen, aber wir sind jetzt superglücklich", so die Ehefrau Barbera Helmantel heute mittag. Ihr Mann nahm an der Pressekonferenz in Groningen teil. "Der Ausgang ist noch so frisch und es war sehr hektisch. Seit dem Diebstahl haben wir die gute Hoffnung nicht aufgegeben, aber naja, es mußte dann natürlich auch noch wirklich gut ausgehen. Alle Gemälde sind unbeschädigt."

Nachdem am 25. Februar 36 Gemälde aus Helmatels Haus in Westeremden entwendet wurden – seine Lieblingsstücke aus den letzten 33 Jahren als Kunstmaler im Wert von beinahe 1,5 Millionen DM – wurde Mitte März dreimal telefonisch ein Lösegeld gefordert. Der Maler ging hierauf aber nicht ein.

Trotz aller Öffentlichkeitsarbeit, die die Polizei dem Fall gewidmet hatte, unter anderem die Veröffentlichung aller gestohlenen Werke auf dem Internet, brachten die weiteren Ermittlungen keinen Erfolg. Eine wiederholte Lösegeldforderung führte vorige Woche zum Kontakt mit den Tätern. Ein Teil der Gemälde sollte gestern abend im Austausch gegen Lösegeld an der A1 zurückgegeben werden. Nach der ersten Festnahme, wobei tatsächlich einige der Gemälde gefunden wurden, fand man nach verschiedenen Hausdurchsuchungen alle anderen gestohlenen Werke in der Wohnung eines der Verdächtigen. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.


Pressemitteilung 

Text vorgelesen von Henk Helmantel bei der Pressekonferenz vom 18. Juli 2000 im Polizeipräsidium von Groningen.

Meine Damen und Herren,

der 25. Februar und der 18. Juli 2000 haben sich tief in unser Gedächtnis eingeprägt:

der 25. Februar als ein Tag der Bestürzung und Fassungslosigkeit über den Umfang des Diebstahls – eine große Anzahl meiner Gemälde sowie einige antike Stücke und zwei Skulpturen waren gestohlen - und die große Freude nach der spektakulären Auflösung in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli. 18. Juli, mein Vater hätte heute seinen Geburtstag gefeiert. 

Die Zeit zwischen diesen beiden Tagen war immer wieder eine sehr spannende Zeit. Unter anderem im März, als wir zum ersten mal an einem Sonntag abend von den Dieben angerufen wurden. Unsere Tochter war alleine zu Hause und wurde am Telefon bedroht. Wir waren in der Kirche. Es gab Beratungen über die Bedingungen um die Gemälde zurück zu bekommen. Kurz darauf wurden wir wieder angerufen. Für ein bestimmtes Lösegeld sollten wir alles zurückbekommen. Ich habe sie gebeten uns nach einer Beratungszeit wieder anzurufen. Das haben sie dann erst am Mittwoch letzter Woche getan.

In der Zwischenzeit waren "Opsporing verzocht" von AVRO und TV-Noord ['Aktenzeichen XY ungelöst' des nationalen und regionalen Fernsehens, Anm. d. Übersetzers] da gewesen, und das Groninger Ermittlungsteam beschäftigte sich intensiv mit dem Fall.

Wir waren in ständigen Beratungen mit der Polizei. Wir mußten die strikte Geheimhaltung beachten, außerhalb unserer Familie wußte niemand vom Stand der Dinge. Nur eine einzige weitere Person wußte etwas, aber das war auch alles.

Gerade in der Zeit, als verbreitet wurde daß alle Ermittlungen ins Leere liefen, fiel es uns nicht immer leicht, dieses Spiel mitzuspielen. Wir wurden natürlich andauernd mit Fragen überschüttet: wie weit sind die Ermittlungen? Tut die Polizei auch was? Sind sie ins Ausland geflüchtet? undsoweiter. Das Mitgefühl das wir erfuhren blieb auch nach den hunderten von Briefen die wir anfangs erhalten hatten überwältigend. Wir sind tief gerührt und dachten manches mal, womit haben wir das verdient?

Seit Mittwoch 12. Juli bis in die vergangene Nacht ist es für unsere Familie eine sehr spannende Zeit gewesen, und das alles mußte meine Frau Barbera vom Bett aus miterleben, weil sie unter sehr schmerzhaften Rückenproblemen leidet. Deshalb kann sie auch jetzt nicht hier dabei sein.

In unserem normalen Alltagsleben, mit Besuchern im Haus und in der Ausstellung in der Weem, mußten wir immer so tun als ob gar nichts wäre, während wir doch ständig nur an eines dachten. Eine absolute Voraussetzung war, daß wir uns strikt an die Absprachen halten mußten, ohne uns ansonsten beeinflussen zu lassen.

Der vorige Sonntag war einer der spannendsten Tage. Da ich die Übergabe mit den Dieben nicht selbst erledigen konnte und wollte, mußte ein Unterhändler eingeschaltet werden. Die Erleichterung war groß, als diese Person am Sonntag nachmittag tatsächlich mit den Einbrechern in Kontakt kam. Ab diesem Moment konnten wir nur noch abwarten.

Es war so gut wie sicher daß die Übergabe am Montagabend stattfinden sollte. Und so geschah es auch. Die ganze Sammlung kam zum Vorschein und die Diebe wurden gefaßt.


Sicherlich verstehen Sie, daß wir diese Sache, wenn auch zögerlich, in unsere Gebete eingeschlossen haben. Groß ist unser Dank an den Herrn dafür, daß wir diese Gabe empfangen durften. 

Besonderen Dank schulden wir dem Unterhändler für seine Kreativität und sein Verhandlungsgeschick. Dank auch der Presse, die eine gesunde Neugier an den Tag legte, aber nicht mehr wissen wollten als wir sagen konnten. 

Auch im Namen meiner Frau und Kinder danke ich der Polizei für ihren Einsatz während all der Zeit. 

Wir denken darüber nach, einigen Gemälde und den antiken Stücken einen Platz in der laufenden Sommerausstellung in Westeremden zu geben, so daß ein Teil der Freude die wir jetzt erleben dürfen, auch von dem so mit uns mitfühlenden Publikum erfahren werden kann.

Bei den Einbrechern will ich mich dafür bedanken daß sie so sorgsam mit den Kunstwerken umgegangen sind. Ich wünsche ihnen, daß sie entdecken daß sie in ihrem Leben einen verkehrten Weg eingeschlagen haben.

Das Handwerk der polizeilichen Ermittlungen und das Handwerk des Malers hat einige Gemeinsamkeiten: wenn ein Maler ein Gemälde fertiggestellt hat, dann stellt er sich der nächsten Aufgabe. Ein Polizist, der fünf Monate an diesem Fall gearbeitet hat wird sich auch in den nächsten Fall vertiefen müssen. Ja, es gibt doch einen Unterschied: ich hoffe daß die Polizei, was die Ermittlungsarbeit betrifft, arbeitslos wird.

Zum Schluß, auch im Namen meiner Frau,

Vielen herzlichen Dank, möge es Ihnen allen gut ergehen

Henk Helmantel




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